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Bismillahi ar-rahmani ar-rahim
Tawrat, 1. Mose 11:31-32
Und Terach nahm seinen Sohn Abram und Lot, den Sohn Harans, seines Sohnes Sohn, und Sarai, seine Schwiegertochter, die Frau seines Sohnes Abram; und sie zogen miteinander aus Ur (, der Stadt) der Chaldäer, um in das Land Kanaan zu gehen; und sie kamen nach Haran und wohnten dort. Und die Tage Terachs betrugen 205 Jahre, und Terach starb in Haran.
Ibrahim (as) folgte seinem Vater gehorsam von Ur (im Irak) bis nach Haran (im Süden der Türkei) und sorgte da für ihn bis ans Ende seiner Tage. Aber wie wir schon gesehen haben, als er in die Situation kam, wo er zwischen seinem Vater und Allah wählen musste, traf Ibrahim (as) die richtige Entscheidung.
Sie mögen einwerfen: „Ibrahims Vater war ein Polytheist, aber unsere Väter sind das nicht. Darum müssen wir ihnen widerspruchslos gehorchen.“ Es ist zweifellos tugendhaft, die eigenen Eltern zu ehren, und das wird auch erwartet, wenn sie Muslime sind.
Die Frage stellt sich jedoch: Was bedeutet es, ein Muslim zu sein? Hat jemand das Recht, bedingungslosen Gehorsam von seinen Kindern zu verlangen, nur weil ein Imam ihnen nach ihrer Geburt die Schahada ins Ohr geflüstert hat?
Wer ist ein Muslim?
a) Jemand, der muslimischen Eltern geboren wurde?
b) Jemand, der die Schahada und die al-Fatiha rezitieren kann?
c) Jemand, der sich täglich Allah’s Willen fügt?
Alle drei treffen zu, wenigstens gemäß des Fiqh (Rechts). Die Ulama sind sich generell einig, dass man nicht aufhört, ein Muslim zu sein, wenn man nicht allen seinen religiösen Pflichten nachkommt. Aber es besteht ein Unterschied zwischen einer gesetzlichen Definition und der Suche nach der tatsächlichen des Wortes „Muslim“.
Ein Jude wird anerkannt, wenn er blutsverwandt ist mit den Bani Israil (Kinder Israels). Wenn jemand ihrer Gemeinde angehören möchte, muss er nachweisen, dass er mütterlicherseits jüdischer Abstammung ist. Ein Nichtjude kann kein Jude werden. Selbst wenn er jede Woche den Gottesdienst in der Synagoge besucht, alle Gesetze der Tawrat einhält und sich wünscht, der jüdischen Gemeinde beizutreten, kann er bestenfalls als ein Bekehrter aufgenommen werden, aber niemals als ein Jude.
Ein Christ zeichnet sich dadurch aus, dass er sich Allah unterordnet und Isa al-Masih nachfolgt (Christos ist die griechische Übersetzung von Al-Masih - der Gesalbte, d.h. der Auserwählte). Außerdem hält sich der echte Christ an den Indschil und auch den Tawrat. Rasse oder Volkszugehörigkeit spielen keine Rolle. Man muss nicht ein Farangi (Westlicher) oder Armenier sein, um Christ zu werden.
Was ist die Definition eines Muslims?
Das Wort „Muslim“ bildet sich aus dem arabischen Wortstamm s-l-m, was von dem Verb aslama. Es bedeutet, sich unterwerfen und wir alle verstehen, dass damit die Unterwerfung Allah gegenüber gemeint ist. Das wissen Sie wahrscheinlich schon so lange Sie denken können. Die Frage ist jedoch nicht, ob wir es wissen oder nicht. Die Frage ist, leben Sie es? Haben Sie sich Allah unterworfen?
Mashallah, es ist ein Segen, in eine gläubige Familie hineingeboren zu sein. Aber die Frage: „Haben Sie sich Allah unterworfen?“, hat wenig zu tun mit der Religion Ihrer Familie oder Ihrer Umma. Es ist eine persönliche Frage, in der es um die innere Einstellung geht. Es reicht nicht, diese Frage ein für alle Mal zu beantworten. Man muss sich diese Frage jeden Tag neu stellen. „Habe ich mich Allah untergeordnet oder nicht?“ Es ist eine Frage, die man sich nicht nur stellen soll, wenn man in die Moschee geht, sondern auch bei der Arbeit, in der Freizeit oder im Umgang mit anderen Menschen. Habe ich mich Allah untergeordnet? Oder gehöre ich nur einer Religion an, handle aber nach meinem eigenen Willen oder nach dem eines anderen Menschen?
Deshalb hat niemand das Recht, blinden Gehorsam zu fordern oder zu erwarten, nur weil jemand als Muslim geboren wurde. Zuerst muss man Allah gehorchen. Menschen, selbst Väter und Mütter, sind stehts zu ehren. Ihnen ist jedoch nur solange Gehorsam zu erweisen, wie sie sich Allah unterordnen und dies in ihren Worten und Taten zum Ausdruck kommt. Allah erwartete das von Ibrahim (as) und Er erwartet nicht weniger von uns.
Habe ich mich Allah untergeordnet?
Ordne ich mich Allah täglich unter?
Habe ich mich Allah untergeordnet, gerade jetzt?